Jam Tshering sitzt im Schneidersitz auf dem Holzboden ihrer Küche, schneidet grüne Chilischoten in feine Streifen, legt sie in einen Tontopf und gibt dünne Scheiben Yak-Käse dazu: Sie kocht „Ema Datshi“, einen feurigen Chili-Käse-Eintopf, das Nationalgericht Bhutans. Zum Schluss reibt sie ihre Hände mit Salz ein – „man muss es zehnmal kreisförmig einmassieren“ – und wäscht sie mit Seife, um die Schärfe der Chilischoten zu entfernen. Kaum ein anderes Gericht zeigt so eindrucksvoll, dass Chili in Bhutan mehr ist als ein Gewürz – es ist ein Gemüse. Das Königreich im Himalaja wird bei Reisenden immer beliebter, die unberührte Natur und Erlebnisse fernab vom Massentourismus suchen – dabei wird auch seine einzigartige Esskultur entdeckt.