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„The World’s 50 Best Restaurants“: Wie Preisträgerin Mindy Woods die Esskultur der indigenen Völker Australiens neu belebt

Interview mit „Champion of Change 2025“ Mindy Woods über eine der ältesten Esskulturen der Welt.

Die renommierte „World’s 50 Best“-Liste zeichnet jährlich die besten Restaurants der Welt aus – dabei werden mit dem „Champion of Change“-Award auch Köch:innen geehrt, die sich über das Kochen hinaus engagieren. Die Gewinnerin in diesem Jahr ist die Australierin Mindy Woods. Die Köchin, Gastronomin und Autorin setzt sich ein für die Esskultur der First Nations, der indigenen Völker Australiens, insbesondere dem aus ihrer Heimat Bundjalung Country. Was diese Region zwischen New South Wales und Queensland so besonders macht, welche einheimischen Zutaten sie begeistern und warum die Geschichte der ältesten Esskultur der Welt noch weitgehend unbekannt ist, darüber spricht die stolze Nachfahrin des indigenen Widjabul Wia-bul-Clans im Interview. Lebhaft, gestikulierend, warmherzig – und immer optimistisch.

Was macht die Esskultur der Bundjalung so besonders?

Wir haben die ältesten Formen der Aquakultur der Welt: Die Budj Bim-Fischreusen sind etwa 17.000 Jahre alt. Sie sind ein schönes Beispiel für den nachhaltigen und verantwortungsvollen Fischfang unserer Vorfahren. Die Gemeinschaften der First Nations waren in der Lage, sich über 65.000 Jahre lang selbst zu versorgen. Sie lebten im Einklang mit der Natur und passten sich den Jahreszeiten an. In Bundjalung Country gibt es sechs Jahreszeiten, die sich nicht nach festen Daten, sondern nach der Natur richten: nach den Winden, der Temperatur, den blühenden Pflanzen und den umherziehenden Tieren. Wir haben über 6500 einheimische Zutaten. Unsere Pflanzen wurden aber nicht nur als Nahrung genutzt, sie dienten zur Heilung und halfen dabei, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Heute wissen wir auch, dass viele dieser Zutaten in Australien zu den nährstoffreichsten der Welt gehören.