Ein heißer Sommerabend in Athen, kleine Holztische unter Jasminblüten, bedeckt mit weißen Tischdecken, die sanft im Wind flattern, säumen die Gehwege. Auf der Straße spielen Kinder Fußball. Auf dem Tisch: „Gemista“, dampfend gefüllte Paprika. Eine Szene wie aus vergangenen Zeiten – wären da nicht auch die „Horta“, gedünstete griechische Wildkräuter, modern kombiniert mit gegrillten Aprikosen und eingelegten Zitronen. Oder der Wein: „Das hier ist Kydonitsa von der Peloponnes! Eine Rebsorte, die kaum jemand kennt“, sagt Giorgos Kontorizos, während er einschenkt. Seine „Taverna ton Filon“ im Stadtteil Kolonos hat vor etwa zwei Jahren in lange leer stehenden Räumen einer alten Taverne eröffnet. Heute zählt eine Reservierung dort zu den begehrtesten der Stadt. Die Taverne steht für eine Bewegung in Athen, die sich auf die eigenen Wurzeln besinnt und daraus etwas Neues erschafft. Und damit die Foodszene der Stadt revolutioniert.