Frauen mit breiten Hüten pflücken unter der heißen Augustsonne Teeblätter und füllen ihre Weidenkörbe, dahinter ragen die Berge des Großen Kaukasus empor. „Kaum jemand weiß, dass Georgien einst nach China, Indien und Sri Lanka der viertgrößte Teeproduzent und -exporteur der Welt war!“, sagt Hannes Saarpuu, Gründer von „Renegade Tea Estate“, während er über seine Plantagen in der Region Imeretien führt. „Die Sowjetunion benötigte Unmengen Tee. Ganz Westgeorgien war damals eine einzige riesige Plantage …, aber die Qualität war miserabel.“ Nach dem Fall des Kommunismus brach die georgische Teeindustrie zusammen, die Felder verwilderten. Saarpuu und sein Team haben die alten Teefelder auf 50 Hektar wiederbelebt – mit harter Arbeit seit 2018. Heute steht „Renegade Tea Estate“ für eine wachsende Anzahl kleiner Produzenten, die in Georgien mit viel Kreativität Tradition neu definieren.